6 Gründe, warum Frauen in der Sternegastronomie zur seltenen Spezies gehören

Michelin – was? Haube – wo? Gault-Millau – wer? Feinschmecker und Gourmets werden vermutlich sofort wissen, was es mit den Sternen, Punkten und Mützen auf sich hat.

All das sind Auszeichnungen, die jährlich in erster Linie unter den männlichen Spitzenköchen verteilt werden. Ja, richtig gelesen.
Männer stehen, was die „High-Performance-Gastronomie“ angeht, noch immer an vorderster Front. Frauen sind in den oberen Rängen hingegen eher unterbesetzt.
Gerade mal neun von 300 gekürten Sterneköchen sind weiblich (lt. Michelin-Restaurantführer 2018).
Woran das liegt? HOGASTjob hat da so eine Vermutung …
Als Amuse-Gueule gibt’s nun sechs Gründe, weshalb Frauen in der Spitzengastronomie zur Minderheit gehören. *Obacht!
Der Artikel enthält klischeehafte, humoristische und ironische Zusatzstoffe …

Kochen – eine Stilfrage?

Weiße Jacke, weißer Vorbinder, weiße Mütze – in zahlreichen Küchen heißt es noch immer „all in white“.
Und: Einmal alles in Unisex, bitte! Nichts mit tailliert oder individuell geschnitten. Tag und Nacht. Am Wochenende wie am Feiertag.
Wen wunderts, dass Frau aus diesem tristen Einheitsbrei irgendwann mal ausbrechen möchte!?
Team rund um einen Kochtopf

Von einer Kochshow in die nächste …

Für einen Spitzenkoch gehört es ja fast schon zum guten Ton, von einer Kochsendung in die nächste zu tingeln.
Dabei fröhlich singend, scherzend und voll guter Laune zu zeigen, was Koriander, Kaviar und Co. geschmacklich draufhaben.
Aber viele Köchinnen sind eben keine Rampensäue und stehen nicht gerne vor der Kamera. Vielleicht ist das ein Grund, weswegen sie im Sternesegment unterrepräsentiert sind?

Frauen an den (heimischen!) Herd!

Jetzt aber mal ernsthaft: Die Meinung, dass Männer das Geld nach Hause bringen, während Frauen sich um Haushalt und Kinder kümmern, ist nach wie vor weit verbreitet.
Da stellt sich die Frage, ob das traditionelle Rollenbild noch immer Karriere-Killer Nummer 1 und damit der Grund ist, weshalb Frauen im Arbeitsleben häufig zurückstecken müssen.
Hand an Nudelmaschine

Familienfreundlich geht anders!

Damit kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt: Freizeit adé – die Arbeitszeiten im Sterne-Restaurant. Es ist kein Geheimnis: Wer ganz oben mitspielen möchte, der muss Schwerstarbeit leisten.
Täglich 12 bis 16 Stunden auf den Beinen, arbeiten an jedem erdenklichen Feiertag und wochenends. Da bleibt kaum Zeit für Familie und Freunde. Klar, dass man irgendwann andere Prioritäten setzt!?
Mutter mit Kind auf Fensterbrett

Habt Acht! Military-Style in der Küche

In der Küche herrscht Autorität. Ein rauer Umgangston. Schluss mit 08/15-Höflichkeitsfloskeln. Ein dickes Fell ist quasi ein Muss, um sich als Köchin durchzusetzen.
Doch wer will sich schon tagein tagaus blöd von der Seite anreden lassen oder andere anschnauzen, damit sie überhaupt etwas tun?

Mangelndes Networking

Dieses Trommeln um nichts, das kann man von den Burschen lernen. Immer präsent sein. Auf jeder Veranstaltung, die „Kochen“ im Namen trägt.
Handshaking hier, Smalltalk da. Die Frauen in der Kochwelt sind da eher schüchterner, halten sich lieber im Hintergrund. Und werden dadurch auch mal leicht übersehen …
Meeting zweier Frauen
Fazit: Viel mehr Frauen sollten in der Küche den Ton angeben, und nicht nur ab und zu als schöne Exotinnen an den Herden der Sternegastronomie erscheinen.
Denn in Sachen Talent und Kreativität stehen sie den Männern in nichts nach! Frauen sind genauso tatkräftig bei der Sache wie ihr männliches Pendant, wenn man sie nur lässt …
Also: #Goforit!

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