Gastbeitrag: Mein Leben in der Hotellerie

Hoteljobs sind begehrt

Verkaufsdirektorin im Hotel Sacher Ursula WagnerMein Name ist Ursula Wagner, ich arbeite seit zirka zehn Jahren in Hotels, war unter anderem auch auf Kreuzfahrtschiffen beschäftigt und bin sämtliche Stationen durchlaufen: von der Rezeption, über Service bis hin zum Sales & Marketing, wo ich auch noch heute tätig bin. Ich fühle mich selbst als Touristikerin und es macht mir noch immer, nach so vielen Jahren, jeden Tag Spaß, in die Arbeit zu gehen. Mir ist klar, dass das keine Selbstverständlichkeit ist, dass das nicht viele Menschen so sagen und ich habe in meinen diversen Positionen viele interessante, liebenswerte, faszinierende und weltoffene Menschen –Kollegen und Gäste– aus den verschiedensten Ländern kennen gelernt, die mein Leben auf jeden Fall großartig und bunt gemacht haben. Die Hotellerie ist für mich ein ungemein abwechslungsreiches Betätigungsfeld, das mich immer wieder fordert und gleichzeitig unterhält.

Gerade in letzter Zeit gibt es immer öfter Diskussionen, dass immer weniger junge Leute im Tourismus arbeiten möchten, da man keine geregelten Arbeitszeiten hat, zu wenig verdient, zu servil agieren müsste. Und deshalb sitze ich hier und schreibe diese Zeilen. Weil es mir ein Anliegen ist, eine Lanze für den Tourismus, in meinem persönlichen Fall, für die Hotellerie, zu brechen.

 

Auch die Gastronomie verändert sich

Ich glaube, dass sich gerade in den letzten Jahrzehnten die Anforderungen geändert haben, dass der Reisende immer mehr nach Begegnungen und Erfahrungen sucht und dazu einen Freund, ein gleichwertiges Pendant finden möchte. Jemanden, der die besuchte Stadt, den besuchten Ort kennt, der Insidertipps, eigene Lieblingsplätze und versteckte Schätze mit ihm teilt. Der Reisende sucht nach selbstbewussten, kompetenten und gewandten Mitarbeitern, die ihm professionell mit Rat und Tat zur Seite stehen – und das macht, im Gegenzug, den Arbeitsalltag für den Mitarbeiter abwechslungsreich und lustig. Egal in welcher Position man gerade ist, ob im Service, an der Rezeption oder im Housekeeping, wenn man offen auf die Gäste zugeht und auch Freude an persönlichem Kontakt, am Kennenlernen und am Teilen & Mitteilen von schönen Erlebnissen hat, dann ist der Tourismus wahrscheinlich eine der tollsten Branchen der Welt. Ich für meinen Teil, könnte mir nicht vorstellen, jeden Tag nur in einem Büro, abgeschirmt von der Außenwelt, zu sitzen. Ich mag das spezielle Gefühl, das man bekommt, wenn man durch die Lobby oder die Gänge eines Hotels geht. Wenn man das schöne Knistern spürt; ein Moment, der sich zusammensetzt aus der Betriebsamkeit und positiven Anspannung/Konzentration der Kollegen, die gerade die Vorbereitungen für einen reibungslosen Ablauf treffen, den Erwartungen der Gäste, die gerade einchecken, der Freude einer Gruppe, die sich gerade trifft, um den 80-er der Großmutter zu feiern und der Erleichterung einer Familie, die gerade –mit Hilfe des Concierges– das Stofftier des jüngsten Kindes wieder gefunden hat. Jeder Tag ist anders und es wird nie langweilig. Das schätze ich sehr an unserem Beruf.

Außerdem ist es eine sehr aktive und junge Branche, in der man, schneller als in vielen anderen, Karriere machen kann. Wer sich hier wohl fühlt und Freude an der Aufgabe hat, wird in wenigen Jahren das schaffen, wofür man in anderen Branchen geschätzte fünfzehn Jahre bräuchte. Es ist, wie gesagt, alles speziell – und so, wie die Gäste individuell sind, sind auch die Chancen für den Einsteiger individuell – und hoch.

Dieser Gastbeitrag wurde von Ursula Wagner, Verkaufsdirektorin im Hotel Sacher verfasst. Vielen Dank!

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