Gutes Benehmen: Was sagt der Knigge?

Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Das gilt auch für die oberste Instanz des guten Benehmens – den Knigge. Ursprünglich waren die Knigges eine hannoversche Adelsfamilie aus dem 18. Jahrhundert. Adolph Freiherr Knigge verfasste 1788 erstmals das Buch „Über den Umgang mit Menschen“. Wobei er darin eher Werte vermitteln wollte als die guten Umgangsformen, die wir heute langläufig darunter verstehen.

Heute verstehen wir unter dem Knigge allgemein gültige Benimmregeln, die von Zeit zu Zeit angepasst und erweitert werden. Werfen wir mal einen Blick hinein und schauen, was über die Gastronomie darin steht…

Warum hält der Kellner in feinen Restaurants die linke Hand am Rücken?

Dafür hat der Knigge keine eindeutige Erklärung. Anscheinend war es so schon im alten Ägypten der Brauch. Hier wurde dem Kellner sogar die linke Hand am Rücken festgebunden. Das lustige Detail: Das wurde gemacht, um zu verhindern, dass dem Gast damit Gewalt angetan wurde… Heute geht es mehr um das elegante Verstauen der leeren Hand. Da bietet sich der Rücken natürlich gut an.

Von welcher Seite wird serviert?

Hier wird unterschieden zwischen dem Servieren des Kellners oder des Weiterreichens der Speisen bei Tisch. Der Kellner serviert von rechts. Bei Tisch, wenn kein servierendes Personal anwesend ist, gilt jedoch die Regel, dass Essen und Getränke von links serviert, angeboten und weitergereicht werden. Die einzige Ausnahme bildet laut Knigge die Suppe. Die darf auch von rechts genommen werden. Aber so streng wollen wir nicht sein…

Was macht man mit der Serviette und was nicht?

Für den Gast gilt, dass die Serviette ausschließlich zum Abtupfen des Mundes verwendet werden sollte. Sie ist also kein Brillenputztuch, kein Taschentuch, kein Schweißtuch, etc. – die Liste ließe sich ewig fortsetzen. Die Serviette wird auf den Schoß gelegt und nicht in den Kragen gesteckt. Wobei wir hier für eine einzige Ausnahme plädieren würden: Kürbiskernöl. Wurde eine Speise mit Kürbiskernöl angerichtet, müsste es unserer Meinung nach erlaubt sein, die Serviette großzügig über den Oberkörper auszubreiten. Alles andere ist dem Heil des Hemdes oder der Bluse gegenüber grob fahrlässig… Auch gut zu wissen: Am Ende des Essens wird die Serviette nicht zerknüllt oder auf den Teller geworfen, sondern links daneben abgelegt.

Darf man beim Essen einer Suppe das Brot eintauchen?

Hier ist die Antwort kurz und schmerzlos: nein. Auch im Zweifelsfall gilt: besser nicht. Alles klar, oder?

Darf Salat mit dem Messer geschnitten werden?

Die Antwort lautet gleich, wie die Antwort auf die Frage: Darf ich am Tisch schmatzen? Richtig. Nein. Zum Salatessen wird nur eine Gabel benützt. Wenn sich ein Salatblatt jedoch partout quer legt, dann muss das Brötchen ran. Damit kann man widerspenstigen Salat zähmen und in Richtung Mund schieben.

Wie serviert und isst man Muscheln richtig?

Muscheln werden richtigerweise in tiefen Tellern oder Terrinen serviert. Zu Beginn des Essens wird die erste Muschel mit der Gabel aus der Schale genommen. Diese Schale übernimmt im weiteren Verlauf dann die sogenannte Vorreiterrolle. Denn danach wird sie als eine Art Zange verwendet, um das Fleisch aus den anderen Muscheln zu holen. Good to know!

Wie serviert und isst man Spargel richtig?

Im Frühling zur Spargelzeit stellt sich diese Frage öfters. In der Tat gibt es auch dafür eine Regel: Spargel wird mit der Spitze nach links auf dem Teller platziert. Der Gast hat beim Spargelessen enorm viel Freiheit – sogar das Essen mit der Hand ist laut Knigge erlaubt. Ihn mit dem Messer zu schneiden natürlich auch. In jedem Fall sollte er von der Spitze beginnend bis zum Stil genossen werden.

Muss beim Abservieren bis zum Schluss gewartet werden?

Ein Oldie but Goldie: Wer schon mal an einem Tisch saß, an dem abserviert wurde, noch während man selber gegessen hat, kennt die Nervosität und Unruhe die einen dabei befällt. Klare Ansage deshalb: Mit dem Abservieren wird begonnen, wenn alle fertig sind.

Ober

 

Quelle: www.knigge.de

Laura Hermann

Online-Redakeurin für hogastjob, ist immer auf der Suche nach interessanten Stories aus der Hotel- und Tourismusbranche. Mag Essensfotos auf Instagram, das Salzkammergut und Motivations-Memes.

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